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Laut einer größeren Studie sind die meisten Jugendlichen zwischen 14 und 24 Jahren - nämlich 85% - positiv gegenüber Organspende und Organtransplantation eingestellt, jedoch haben nur 11% ihrer Haltung auch mit einem Kreuz auf einem Organspendeausweis Stimme verliehen.

Diejenigen 23 Prozent, die sich bereits näher mit dem Thema befasst haben, fanden ihre Informationen in Medien wie dem Internet oder der Presse, wo häufig Meinungen und Infos unkommentiert nebeneinander stehen. Die wichtigste Form der Auseinandersetzung mit dieser Thematik stellt jedoch das Gespräch mit anderen, sei es der Familie, demschulischen Umfeld oder bestenfalls mit Berichten eigens betroffener Menschen, dar. Doch diese kommt nicht selten zu kurz, geht es bei der Meinungsbildung unweigerlich auch um den eigenen Tod, mit dem man sich nur ungern als Jugendlicher befasst. Um einer Tabuisierung von Organspende, bei dem es vor allen Dingen um Leben und Überleben geht, vorzubeugen, braucht jeder einzelne das nötige objektive Wissen, auf dessen Basis man Meinungen austauschen und kritisieren kann.

Gerade in der Organspende sehen wir uns in Deutschland bitteren Fakten gegenübergestellt: etwa 11.000 Menschen stehen derzeit auf der Warteliste für ein Organ, nur 1.000 Patienten haben das Glück, das passende Organ für sich zu empfangen.

Während dieser Missstand zu Wartezeiten von mittlerweile 7-8 Jahren für eine neue Niere führt (Tendenz steigend), führt das Hoffen auf beispielsweise eine neue Leber sehr oft zu einem Versterben auf der Warteliste, da überbrückende Maßnahmen wie die belastende Dialyse ganz einfach für Organe wie die Leber nicht existieren. Der Ausfall eines lebenswichtigen Organsystems kann auch junge Menschen betreffen, die zuvor noch ein völlig „normales“ Leben führen konnten und mithilfe eines von einem Hirntoten gespendeten Organs zu ihrem Alltag zurückkehren könnten. Doch soweit die medizinischen Möglichkeiten auch fortschreiten, ist die Organtransplantation nie frei von Risiken: ein fremdes Organ kann vom Körper nicht akzeptiert werden und wird abgestoßen, d.h. es verliert auf kurz oder lang seine Funktion. Um dieses Risiko möglichst gering zu halten, muss jeder Patient sein weiteres Leben lang Medikamente nehmen, die das Immunsystem des Körpers dämpfen. Wie die Empfänger damit leben, erfährt man am besten im direkten Gespräch mit ihnen.